Begründung

Vorläufige Begründung

Dieses Volksbegehren wurde am 5. Februar 2021 registriert. Erst beim Einreichen, nachdem es 8401 Unterstützungserklärungen bekommen hat, muss es begründet werden. Darum ist diese Begründung vorläufig und kann noch ergänzt werden.

Dieses Volksbegehren beruht auf der Unterscheidung von zwei sehr verschiedenen Grundannahmen. Beide Grundannahmen führen zu plausiblen aber völlig entgegengesetzten Schlussfolgerungen und Beobachtungen. Erinnert sei hier an Einstein, der einmal zu Heisenberg sagte: „… vom prinzipiellen Standpunkt aus ist es ganz falsch, eine Theorie nur auf beobachtbare Größen gründen zu wollen. Denn es ist ja in Wirklichkeit genau umgekehrt. Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann.“

Die eine Theorie beruht auf der Grundannahme, dass Mikroben und Viren von sich aus krank machen können. Sie erkennt eine Ursache: eine Infizierung des Organismus, die zu einer übermäßigen Vermehrung, also zu einer Infektion und den entsprechenden Symptomen führt. Darum sieht sie in Mikroben und Viren eine Bedrohung.

Wer Mikroben und Viren als eine Bedrohung des eigenen oder des ihm anvertrauten Lebens wahrnimmt, richtet den Blick auf die Gefahr und ergreift Schutzmaßnahmen bis hin zu Isolation, Lockdown und Impfungen.

Die andere Theorie beruht auf der Grundannahme, dass Mikroben und Viren nicht von sich aus krank machen können. In der Vermehrung von Mikroben und Viren erkennt sie eine Folge: eine Reaktion des Organismus auf innere oder äußere Impulse oder Umstände. In den Symptomen erkennt sie die Zeichen einer Unordnung oder eines Ungleichgewichts im Organismus. Darum sieht sie die maßgebliche Beteiligung von Mikroben und Viren an der Herstellung von Ordnung und Gleichgewicht im Organismus, selbst wenn dies am Lebensende zum Tod führt.

Wer Mikroben und Viren als Regulativ wahrnimmt, wird versuchen die inneren oder äußeren Faktoren zu erkennen, deren Wirkungen der Organismus auszugleichen versucht. Angst, Stress und existentielle Unsicherheit sind solche Faktoren, aber auch der Wechsel der Jahreszeiten, das Heranwachsen und seine Probleme, hormonelle Umstellungen, Beziehungsprobleme, Umweltgifte und -schäden, technische Einflüsse, Freudlosigkeit, Ohnmachtsgefühle und vieles mehr. An Maßnahmen bietet sich aus dieser Sicht alles an, das Menschen und ihr Milieu wieder ins Gleichgewicht bringt: gute Ernährung, Bewegung, innere Reinigung, freudvolle Begegnungen, Kommunikation, die gelingt, und Besinnung auf das Wesentliche.

Wer von der einen Theorie überzeugt ist, wird die Schlussfolgerungen der anderen als Gefährdung wahrnehmen und umgekehrt. Ein Kompromiss ist nicht möglich. Hier treffen zwei gleichberechtigte aber grundsätzlich verschiedene Wahrnehmungen der Realität aufeinander. Die entscheidenden Frage in diesem Zusammenhang hat ebenfalls Einstein gestellt. Er wusste, dass sie jeder Mensch nur für sich selbst beantworten kann: „Ist das Universum ein feindlicher oder ein freundlicher Ort?“ Jede Antwort ist richtig. Beide Sichtweisen sind sowohl zulässig als auch unvermeidlich. Sie sind Ausdruck und Folge der gespaltenen Natur des Menschen: seiner Trennung von allem und seiner Verbundenheit mit allem. Beides können Menschen empfinden.

Überall gleichermaßen geltende staatlich verordnete Infektionsschutzmaßnahmen schützen Menschen. Sie diskriminieren und gefährden aber auch sehr viele Menschen aus obigen Gründen. Darum sollen neben den Räumen, wo sie gelten, Räume zugelassen werden, wo sie nicht gelten, um Menschen vor den Schutzmaßnahmen zu schützen, welche diese als Bedrohung erfahren. Öffentliche Verkehrsmittel beispielsweise sollen Freiraumwagons und Freiraumbusse bereitstellen und Supermärkte Freiraumfilialen. Die Einrichtung eines Freiraums oder die Erklärung zu einem solchen soll grundsätzlich allen Ämtern, Institutionen und Unternehmen frei stehen.

Überall sollen sich die Mitarbeiter für die eine oder die andere Option entscheiden können. Dasselbe können dann in der Folge die Kunden tun. Mitarbeitern, für die eine mehrheitliche Entscheidung ihrer Kollegen nicht annehmbar ist, soll der Wechsel zu einem aus ihrer Sicht sicheren Arbeitsplatz ermöglicht werden. Zahl und Größe der Freiräume sollen sich orientieren an der Zahl derer, die sie in Anspruch nehmen wollen. Der Bedarf soll laufend erhoben und angepasst werden. Sicherlich wird manchmal eine Trennung technisch oder organisatorisch nur schwierig oder aufwendig zu bewerkstelligen sein. Dann sollen alle besonderen Schutzbedürfnisse und Schutzmaßnahmen von allen respektiert werden, bis eine praktikable Lösung gefunden ist.

Schließlich geht es nicht darum, die Trennung aller Räume um jeden Preis durchzusetzen. Vielmehr geht es darum, dass der Gesetzgeber, also letzlich wir alle, grundsätzlich die verschiedenen Räume anerkennt, in denen wir jetzt schon innerlich leben, und zulässt, dass wir auch im Aussen in sie eintreten, sie durchqueren und hinter uns lassen können, so wie es jedem von uns entspricht.

%d Bloggern gefällt das: